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Von bequemen und weniger bequemen Wörtern

Sofa, Sessel oder Stuhl? Die meisten Menschen werden ein Sofa eher bequem finden, und einen Stuhl wahrscheinlich weniger gern für eine gemütliche Pause in einer bequemen Liegeposition auswählen. Die drei Wörter stehen mit der Assoziation der Bequemlichkeit im Rechtschreiben für drei Kategorien von Wörtern, den Mitsprechwörtern, Nachdenkwörtern und Merkwörtern.

Mitsprechwörter sind die ganz komfortablen Wörter, denn hier muss man sich nichts merken und muss auch nicht nachdenken: >Sofa< wird einfach so geschrieben, wie man es spricht und hört. Beim Mitsprechen handelt es sich um eine grundlegende Fähigkeit, die vor allem im Erstschreiben genutzt und gefördert wird: Sofa, Tomate, Telefon, rot, da, oft, ….

Nachdenkwörter erfordern mehr Mühe, um der richtigen Rechtschreibung auf die Spur zu kommen. Im Beispiel von >Sessel< müssen die Kinder schon viel Wissen über lange und Kurze Vokale erworben haben: Das >e< ist ein kurzer Vokal, es folgen mindestens zwei Konsonanten. Hört man nur einen Konsonanten, wird er verdoppelt. Außerdem müssen sie erinnern, dass in jeder Silbe ein Vokal enthalten ist und daher die Endung >el< mit e geschrieben werden muss.

Merkwörter wie >Stuhl< muss man sich, wie der Name schon sagt, merken: Auf ein Dehnungs-h gibt es zwar Hinweise (es steht nur vor l, m, n, r), aber eben keine einheitliche Regel. Daher müssen Wörter mit Dehnungs-h den Merkwörtern zugeordnet und auswendig gelernt werden.

Da sich im Laufe der Rechtschreibentwicklung normalerweise die Kompetenzen der Kinder dahingehend entwickeln, dass sie immer mehr Regeln kennen und anwenden können und dies zunehmend automatisiert abläuft, habe ich für die Merkwörter das „unbequemste“ Bild gewählt, den Stuhl. Denn egal wie kompetent eine Rechtschreiberin oder ein Rechtschreiber wird, Merkwörter muss man sich immer merken, und das Auswendiglernen ist stets mit einer kleinen Mühe verbunden, ob es sich nun um >Stuhl<, >Metapher< oder >oktroyieren< handelt.

Im Unterricht werden die Kategorien Mitsprechwörter, Nachdenkwörter und Merkwörter nicht immer sprachwissenschaftlich korrekt angewendet.

Das liegt zum einen daran, dass es sogenannte Abrufwörter gibt, die die Kinder einfach schon tief verinnerlicht haben. Viele Kinder sagen beispielsweise, dass >selber< ein Mitsprechwort ist, weil sie längst vergessen haben, dass sie dieses Wort im ersten Schuljahr bestenfalls als >selba< geschrieben haben. Bei Abrufwörtern nun auf Nachdenkstellen zu bestehen, wäre hier nicht angebracht, denn wir bilden ja keine Sprachwissenschaftler aus, sondern recht junge Kinder.

Zum zweiten liegt es daran, dass Wörter eigentlich wie gerade schon oben angedeutet, eher Nachdenk- und Merkstellen haben als Nachdenk- und Merkwörter zu sein. Selbst so ein schwieriges Wort wie >oktroyieren< hat Stellen, an denen man so schreibt, wie man es hört und Stellen, wo man Regelwissen einsetzt, beispielsweise bei dem Verb-Ende >ieren<. Aber auch hier würde eine genauere Analyse im Alltag über das hinausgehen, was wir eigentlich bezwecken wollen: Die Kinder dafür zu sensibilisieren, wo sie mitsprechen können, wo sie nachdenken und was sie sich merken müssen.

Zum dritten ändern viele Merkwörter im Laufe der Grundschulzeit ihre Kategorisierung. So ist >Geburtstag< zu Beginn der Schulzeit ganz sicher ein Merkwort und wird auswendiggelernt. Sind erst einmal Zusammenhänge von Wortbildung (Fugen-s) und die Strategie „Verlängern“ (>Tag< kommt von >Tage<) eingeführt und verinnerlicht, verliert >Geburtstag< seinen Schrecken und lässt sich prima analysieren.

Mitsprechwörter, Nachdenkwörter und Merkwörter – das sind die Kategorien, mit deren Hilfe wir die sieben Mappen der Max-Reihe Rechtschreibung geordnet haben. Wir wünschen Ihnen und den Kindern viel Freude und viel Erfolg beim Bearbeiten der Aufgaben!

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